Neue Heizungsanlage für die Kirche

Archäologische Funde in Mainzer Kirche kommen Selterser Heizungsanlage zugute

Die 33 Jahre alte Kirchenheizung, die gerade in den letzten Wintern öfter problemanfällig geworden war, wird erneuert. Hier profitiert die Gemeinde von dem seltsamen Zustand einer Mainzer Kirchengemeinde. Diese wollte eine moderne Heizung einbauen und grub dazu entsprechende Lüftungsschächte in den Kirchenboden. Dabei stieß man, was in Mainz keine Seltenheit ist, auf einen archäologischen Sensationsfund. Archäologen fanden in St. Johannis Mauerreste aus frühkarolingischer Zeit. Damit wäre die Kirche die zweitälteste, wenn auch nur in Teilen erhaltene Kirche auf deutschem Boden. Man fand Mauerreste aus dem 9. Jahrhundert, später sogar aus dem 6. Jahrhundert und Skelette. Mehrere Hinweise deuten darauf hin, dass unter der St. Johanniskirche der älteste Dom nördlich der Alpen steht. Aber das mit dem Heizungsschacht hatte sich mit den bedeutenden Funden erledigt. Selters profitiert von diesem Zustand weil nun die für Mainz geplante Heizungsanlage in die Selterser Kirche eingebaut werden kann. Das spart der Kirchengemeinde eine Menge Geld.
Geräuscharmut und möglichst geringe Luftströme bei den vier neuen Bodenheizungen lagen dem Kirchenvorstand am Herzen. Die Alternative war eine neue herkömmliche Anlage. Der Kirchenvorstand entschied sich aber für die Mainzer Anlage, weil diese wesentlich moderner  ist. Die Kosten für beide Alternativen waren nahezu identisch. Allerdings müssen nun neue Lüftungsschächte in den Kirchenboden gegraben werden. Da kann man gespannt sein, ob man auch in Selters auf archäologische Funde stoßen wird.
Der neue Heizkessel wird auf dem Dachboden der kommunalen Seitengebäude stehen. Dieser Umzug ist nötig, weil die Anbauten, in der die Anlage derzeit betrieben wird, von der Stadt abgerissen werden. Der Unterschied zur Vorgängeranlage ist, dass künftig warmes Wasser bis in die Schächte transportiert wird und erst dort die Wärme an die Luft abgibt. Die dazu nötigen Wärmetauscher benötigen mehr Platz als derzeit in den Schächten vorhanden ist.  Es wird also künftig mehr Lüftungsgitter geben, aus denen aber weniger Luft abgegeben wird. Das soll für eine gleichmäßigere Wärme sorgen.

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